Technikkatalog

 

Kennungsgerät SRO-2 (Apparatur 020)

SRO-2
Gerätesatz

SRO-2
Empfangs- und Sendeblock 5-OM

SRO-2
Typenschild

  Bestimmung:
Flugzeug-Antwortgerät für das Kennungssystem Kremnij-2

Bestandteile:
  1  Empfangs- und Sendeblock Block 5-OM
  2  Bedienpult Block 8A
  3  Verbindungsblock Block 19
  4  abgesetztes Regulierungspult Block 24
  5  Filterblock Block 25
  6, 16  Antennen des 3. Bereiches Block 13-3AB
  7, 15  vordere Antennen des 1. Bereichs Blöcke 12-11
  8, 14  hinteren Antennen des 1. Bereichs Blöcke 12-10
  9, 13  Antennen des 2. Bereichs Blöcke 12-12
10, 12  Antennenkästen Blöcke 23P und 23L
11  T-Stück Block 13-4A
17  Sprengkopf
18  Trägheitsauslöser Block 3-7
19  abgesetzter Kodeumschalter Block 8B
20  Kontrollpult Block 12-4M
 
SRO-2
Bedienpult Block 8A
  Das Gerät befand sich in der Bedarfsträgerschaft der LSK. Die Angaben wurden der Seite
http://nva-flieger.de
entnommen.

Bedienelemente
1  Codewahl
2  Kontrolllampe "Abfrage"
3  Kontrolllampe "Code eingeschaltet"
4  Kontrolllampe "Kontrolle Funktions-
    bereitschaft"
5  Schalter "Notcode"
6  Schalter "Stromversorgung"

Das Kennungsgerät SRO-2 war u.a. im Hubschrauber Mi-8 und in der Mi-24 eingebaut.
Es dient der Unterscheidung von eigenen und fremden Fluggeräten bei einer Bodenstelle (Funkmeßstation) oder gegebenenfalls auch auf Funkmessvisieren von Flugzeugen.
Die Identifizierung arbeitet nach dem Prinzip eines Sekundärradars: von der Bodenstelle wird ein Impuls mit einer Codefolge ausgesandt, die das Kennungsgerät mit einem bestimmten Code beantworten muss. Zu diesem Zwecke standen 12 wählbare Codes zur Verfügung, in der Praxis wurde zu bestimmten Zeiten bestimmte eingestellte Codes befohlen, so dass i.a. auch während des Flugbetriebes eine Umstellung erfolgte. Wurde das Gerät nicht betrieben, musste generell der Code 5 eingestellt werden (Ruhecode). Das Gerät verfügt ebenfalls über einen Schalter zum Einschalten eines Zusatzcodes (Schalter "Kod 81Ä").
Auf ein bestimmtes Codewort hin, das per Sprechfunk übermittelt wurde, musste unmittelbar der Code eingeschaltet wurde. Das ermöglichte nochmals eine Unterscheidung zwischen den Luftfahrzeugen im Falle einer Störung/Täuschung durch den Gegner. Darüber hinaus diente das Gerät zum Absetzen eines zusätzlichen Notcodes, als Übermittlung eines Notrufes. Dafür diente der Schalter "Notcode".
Ursprünglich ist das Gerät SRO-2 mit einem kleinen Sprengsatz und einem Trägheitsauslöser sowie einem Sprengknopf ausgestattet. Im Falle einer (Not- oder Bruch-)landung hinter den feindlichen Linien ist das Gerät manuell oder automatisch zur Sprengung gebracht worden, um Informationen über die verwendeten Codes geheimzuhalten. Die Schalter und Sprengsätze wurden Mitte der 80er Jahre aus den Hubschraubern der NVA entfernt.

Empfang und Abstrahlung der Codes erfolgen über ein System von Antennen.
Kennungsgerät SRO-2 Dafür sind an der Mi-8 sechs Antennen vorhanden:
• 2 Sende/Empfangsantennen (Dipol mit Reflektor und Direktor)
• sowie 4 Empfangsantennen (Hohlraumresonatoren mit
  Dielektrikum), die nur als kleine weiße Plastikabdeckungen
  mit ca.3cm Durchmesser zu erkennen sind.
Die Anwendung erfolgt im Bereich I (3cm Wellenlänge) und Bereich III (Dezimeterwellen). Das resultierende Antennendiagramm hat nahezu Rechteckform mit dem Hubschrauber im Mittelpunkt.

Die Radarstation am Boden sendet nach dem eigentlichen Radarimpuls ein stets gleiche Kennungsanforderung auf 668MHz über eine eigene Kennungsantenne aus. Die Antwort vom Kennungsgerät des Luftfahrzeuges besteht aus einem Impuls mit aufmoduliertem Code, wozu eben einer aus den 12 möglichen Codes befohlen wurde (außer die 5, die als Ruhecode galt). Für den Ernstfall soll es in den Truppenteilen (VS-Stelle) einen zweiten Filtersatz mit 12 Codes gegeben haben, die dann anstelle der bisher verwendeten in die Geräte eingesetzt werden sollten. Eine zusätzliche Sicherheit ist in das System mit dem Schalter "Kod 81Ä" eingeführt worden, denn immerhin stammte auch das beschriebene System "Kremnij-2" aus den 60er Jahren und ist wahrscheinlich in großem Umfang beim Gegner bekannt gewesen. Der Schalter für diesen Zusatz befindet sich außerhalb des eigentlichen Bedienteiles, wahrscheinlich auf Grund der Nachrüstung. Der "Kod 81Ä" schaltete vor der eigentlichen Kennung noch einen zusätzlichen Impuls, der der Unterscheidung diente. Der "Kod 81Ä" wurde nur auf gesonderten Befehl eingeschaltet. Das im Bedarfsfall über Flugfunk zu übermittelnde Codewort wurde am Anfang einer jeden Flugschicht ausgegeben. Der Notcode ist als zusätzliche Darstellung auf den Bildschirmen der Funkmessstation nur dargestellt worden, wenn der eigentliche Code auch übereinstimmte. Ein "Hilferuf" ohne gültigen Code ist damit unmöglich.
Das Kennungsgerät hat keinerlei Bedeutung als Transponder in militärischem oder zivilem Maßstab, sondern dienen ausschließlich der Erkennung (Freund-Feind) an den Funkmessstationen.

 

Quelle: http://nva-flieger.de/ffm.html; Fotos aufgenommen in "NVA Ausstellung Harnekop e.V."; Technische Beschreibung SRO-2, SRZO-2 (russ.)

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