Technikkatalog

 

Seezielrakete P-15M (Exportbezeichnung P-21)

P-15
Unterbringung wesentlicher Komponenten (nach www.russianarms.ru)
  1  Antennenanlage DS-1SÄ
  2  Container mit Blöcken DS-11SAÄ
  3  Gefechtsteil 4G15
  4  Zünder 4W 7001
  5  Tank für Oxydator
  6  Druckgeber PWD-5
  7  Tank für Brennstoff
  8  Elektroverteiler ÄRU
  9  Kreisel für Höhensteuerung DP-3
10  Kreiselblock DP-5
11  Steuerblock DP-2R
12  Rudermaschine Kurs DP-4A
13  Rudermaschine DP-4A
14  Marschtriebwerk S2.722W.0000-0
15  Strattriebwerk SPRD-192R
16  Steuerblock der Umformer KY-1500-WT-3I
17  Umformer PT-125C
18  Umformer PO-1500-WT-3I
19  Sender-Empfänger Funkhöhenmesser
20  Ampullenbatterie 52S
21  Rudermaschine DP-4A
22  Pneumoblock
23  Sendeantenne Funkhöhemnesser
24  Empfangsantenne Funkhöhenmesser
25  Programmmechanismus DWM-P
26  Geberblock 30825


Arbeitsweise
Die Raketen/P-15/P21 waren mit einem Radarzielsuchkopf ausgestattet (Kurzbezeichnung DMSAÄ). Bei der Zielsuche und Zielverfolgung lieferte der Kopf in Zusammenarbeit mit dem Autopiloten und dem Funkhöhenmesser die entsprechenden Steuersignale. Vor dem Raketenstart (Schiff oder Rampe) wird die Zielsuchanlage mit den entsprechenden Daten für Peilung und Distanz versorgt. Diese Daten können vom Funkmess-System des Fühlungshalters oder von der Rampe selbst bereitgestellt werden. Auch wird die Einschaltentfernung (Zuschalten der Zielsuchlenkanlage vor dem Ziel) festgelegt. Bis an diesen Flugpunkt wird die Rakete durch den Autopiloten gesteuert. Bei Flug über Autopilot ist die Rakete durch elektronische Störmaßnahmen nicht beeinflussbar. Nach Literaturangaben wurde die Zielsuchlenkanlage 19,5 km vor dem Ziel zugeschaltet, d.h. bei einem Einzelziel ergab sich eine sehr hohe Auffasswahrscheinlichkeit von 0,84. Nach dem Einschalten beginnt die Zielsuchlenkanlage sofort mit der Zielverfolgung. Bei dieser Entfernung hat das Ziel noch rund eine Minute Zeit gegen die anfliegende Rakete Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Sollten die vom Funkmess-System vorgegebenen Daten (Peilung und Distanz) nicht mehr stimmen oder verloren worden sein, kann die Rakete selbst mit ihrer Antenne in einem Sektor von 12,5 Grad den Funkmesshorizont absuchen. Sie kann jetzt das eingestellte Ziel neu auffassen oder auch ein Neues in diesem Sektor finden. Mit Einschalten der Zielsuchlenkanlage sendet die Rakete aktive Signale auf einer bestimmten Frequenz (Gefechtsfrequenz) aus; sie ist dadurch durch aktive und passive Störmaßnahmen beeinflussbar. Es gab bei der Volksmarine insgesamt drei Gefechtsfrequenzen und eine Übungsfrequenz. Allerdings zeigte die Praxis, dass passive Störungen (Düppelwolken) eine anfliegende Rakete kaum behindern. Das aktive Stören der Gefechtsfrequenz und somit die Beeinflussung des "Suchfensters" der Rakete ist für das Zielobjekt überlebenswichtig. Versuche in den USA mit P21 bestätigten die geringe Größe des Suchfensters. Dadurch ist es natürlich sehr schwer in dieses Fenster einzudringen und es aktiv zu stören. Bei den amerikanischen Versuchen wurde auch die Flughöhe der Rakete auf 15 Meter gesenkt (VM-Standard war 50 bzw. 25 Meter). Damit ist der Flugkörper für das Abwehrradar noch schwerer zu orten.
(Quelle: http://home.arcor.de/rainer.kutzsch/index.htm/rubesh.htm)

P-15
Start einer Rakete, die Flügel sind noch abgeklappt
Foto: http://fotki.yandex.ru
  Bestimmung:
Bekämpfung von Seezielen
Einsatz von RS-Booten Projekt 205 (Komplex 4K40) und mobilen Startrampen 3P51 des Komplexes 4K51 Rubesh

techn. Daten:
- Länge: 6,49 m
- Durchmesser: 0,78 m
- Spannweite: 2,40 m
- Startgewicht: 2500 kg
- Gefechtsteil 4G15: 513 kg
- Geschwindigkeit: 300 m/s
- Flughöhe: 25, 50 oder 250 m
   im Endanflug 2,5 m
- Reichweite: 80 km
- Lenksystem: Trägheitsnavigations-
   plattform, aktive Radarzielsuche in
   der Endphase
   bariometrischer später Funk-Höhen-
   messer
- Triebwerke:
   Start: Feststoff
   Marsch: Flüssigkeit
- Treibstoffkomponenten des
   Marschtriebwerkes:
   Brennstoff: TG-02
   Oxydator: AK-20K

Bestandteile (Rakete P15):
- Zielsuchlenkanlage MS-2
- Antriebsaggregate
   + Treibstoffaggregat DU
      mit Turbopumpe, Gasgenerator,
      Pulverstarter, Anlassventile O
      und B
- E-Ausrüstung
   + Batterie 52S
- Zündeinrichtung
   + Zündkreise 4W36
   + Zündvorrichtung WU108
- Komplettierungsteile
   + Gefechtsteil 4G15
   + elektr. Zünder 4W36-1
   + mechan. Zünder AW522-1
   + Pulverstarttriebwerk SPRD30

In Pinnow wurden 138 Raketen entsorgt.

Bereitschaftsstufen:
Für Gefechtsraketen des Kampfsatzbestandes gelten folgende Bereitschaftstufen

BS-I
- entkonserviert und geregelt
- Gefechtsfrequenz eingestellt
- beide TS-Komponenten aufgetankt
- Hochdruckluft bis zum Nenndruck aufgefüllt
- mit Gefechtsteil und geladenem Starttriebwerk
   versehen
- ohne elektrischem und mechanischem Zünder
- Pyropatronen in Treibstoff-Luft-System,
   Pulverstarter, Ampullenbatterie und Schubregler
   eingebaut
- Flügel der P15U sind aufgeklappt
- Lagerung an Bord und auf Arbeitswagen an Land


BS-II
- Rakete entkonserviert
- auf Arbeitswagen
- Gefechtsfrequenz eingestellt
- unbetankt
- Hochdruckluft aufgefüllt
- mit Gefechtsteil versehen
- ohne Starttriebwerk
- ohne elektrischem und mechanischem Zünder
- Pyropatronen in Treibstoff-Luft-System,
   Pulverstarter, Ampullenbatterie und Schubregler
   eingebaut


BS-III
- langfristig konserviert
- auf Lagertransportwagen
- Gefechtsfrequenz eingestellt

 

Quelle: A 202/1/105

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