Kennungssystem Parol


  Das Kennungssytem "Parol" wurde Ende der 1980er Jahre als Nachfolge für das Kennungssystem "Kremnij-2" eingeführt. Durch Nutzung kryptografischer Methoden wurde eine wesentlich größere Imitationssicherheit erreicht.
Es wird in 5 Hauptversionen gebaut, die zusätzlich noch in Leistungsgruppen unterteilt sind.
Die Versionen des Systems "Parol" unterscheiden sich elektrisch nur durch die Konstruktion des Senders, des HF- Leitungssystems und der Antenne. Die Empfangs- und Decodiereinrichtung ist bei allen Versionen gleich.

Modifikationen:
In der Dokumenten des RWD werden folgende Versionen für die Einführung aufgeführt:

BezeichnungNutzungUnterbringung

NRZ-4P  1L22P-18LKW
NRZ-5P  1L23-9P-19bereits vorhanden bzw. Nachrüstung
NRZ-5P  1L23-9P-40/1S12Nachrüstung
NRZ-6P  1L24-29A33, 1S91 RPK-1Nachrüstung


Im Forum russianarms.ru wurde folgende Aufstellung veröffentlicht:

BezeichnungLeistungNutzungUnterbringung

NRZ-1P  71E6großP-14, 55C6stationär
NRZ-2P  73E6groß5N84, 5N87, 64C6, OboronaAnhänger
NRZ-4P  1L22mittelP-12, P-18, P-35, P-37Kfz
NRZ-5P  76E6mittel22C6 Desnaeingebaut
NRZ-5M  1L23mittelP-40eingebaut
NRZ-6P  1L24klein19C6 (ST-68U)eingebaut


Frequenzen:

FrequenzbereichNominalfrequenzNutzung

IIIF1 =   668 +/- 4 MHzSenden der Abfrage, Empfang der Antwort
VIIF4 = 1532 +/- 1 MHzSenden der Abfrage
F3 = 1470 +/- 1 MHzEmpfang der Antwort
F2 = 1458 +/- 1 MHzEmpfang der Antwort


Betriebsarten


BetriebsartFunktion

I allgemeine, nichtimitationssichere Kennung aller Objekte im Wirkungsbereich des Kennungsgerätes
Arbeit in Frequenzbereichen III und VII (Flugzeuge und Schiffe)
Funktion ähnlich der allgemeinen Kennung des Systems Kremnij-2
Er werden keine kryptografischen Methoden verwendet, so dass die Sicherheit durch Codewechsel gewährleistet werden muss.
Die Abfrage erfolgt mit 3 Impulsen und einem zusätzlichen Impuls zur Seitenkeulenunter-
drückung.
Das Antwortgerät kann mit 6 verschiedenen Codes antworten. Die Antwort besteht aus zwei Impulsen, von denen jeweils einer auf einer der Antwortfrequenzen gesendet wird. Der Code bestimmt den zeitlichen Abstand der Impulse und auf welcher der beiden Antwortfrequenzen der erste Impuls gesendet wird. Bei der Vergabe der Codes werden Flugzeuge und Schiffe unterschieden.
 
II allgemeine, imitationssichere Kennung aller Objekte, die sich im Wirkungsbereich des Kennungsgerätes befinden
Arbeit im Frequenzbereich VII
imitationssicher Kennung aller Objekte, da die Imitation der Freund-Fein-Kennung praktisch ausgeschlossen ausgeschlossen ist
damit wird garantierte Freund-Feind-Kennung gewährleistet, die Marke "garantierte Kennung" wird generiert und als Haken am Kennungsbogen der allgemeinen Kennung dargestellt
Für einen Tag stehen 911 mögliche Abfragecodes zur Verfügung. Der Abfragecode wird von Signal zu Signal zufällig verändert.
Mit Hilfe einer Verschlüsselungseinrichtung im Antwortgerät, die analog zur Einrichtung im Bodengerät ist, wird das Antwortsignal des Kodes ausgegeben, der vom Bodenkennungsgerät auf den durch seine Verschlüsslungseinrichtung erzeugten, zufälligen, jedoch im jeweiligen Abfrage/Antwortzyklus konkreten Abfragecode erwartet wird.
Das Antwortgerät wählt den dazu passenden Antwortcode aus einer Menge von 16 möglichen Codes aus. Das Ergebnis wird von der abfragenden Station empfangen und geprüft. Passt der Antwortcode zum abgeschickten Abfragecode, so gilt das Ziel als "Eigener". Die Antwort besteht aus zwei Impulsen. Die 16 möglichen Antwortcodes werden gebildet aus dem zeitlichen Abstand der beiden Impulse (8 Möglichkeiten) und auf welcher der beiden Antwortfrequenzen der erste Impuls gesendet wird (2 Möglichkeiten).
 
IIIIndividuelle Kennung, Notfall und Alarm
im Bereich VII (Flugzeuge)
Sichert die individuelle Kennung von Objekten nach dem Prinzip "Wo bist Du?", bei dem ein Objekt mit vorgewählter Nummer aus der Gesamtheit der zu identifizierenden Objekte selektiert wird.
Nach vollständigem Informationsaustausch zwischen Kennungsgerät und Bordantwortgerät erscheinen am Sichtgerät der gekoppelten Funkmessstation ein zusätzliches bogenförmiges Zeichen und weiter die bogenförmigen Zeichen der Marke der allgemeinen Kennung in der Betriebsart I.
Die Betriebsart III wird im Bereich VII (Kodierung nach Abfrage und Antwort) oder im Bereich III (Kodierung ausschließlich nach Antwort)angewendet.
Eine Bodenstation kann das Notsignal als ein Alarmsignal empfangen und mit einer Lampe am Bedienpult darstellen, auch wenn sie keine eigene Abfrage durchführt.
 
IV Individuelle Kennung sowie Ermittlung des Bordkennzeichens (N) nach dem Prinzip "Wer bist Du?" und "Wo bist Du?"
Die Kennung nach dem Prinzip "Wer bist Du?" ermöglicht das Ermitteln der vorher unbekannten Bordkennzeichen von Flugzeugen. Dabei entschlüsselt der Dechiffrator des Gerätes IO-4M des Kennungsgerätes jeden beliebigen Code und wandelt diesen in einen Dezimalcode um, der durch das Leuchttableau als fünfstelliges Bordkennzeichen des Flugzeuges angezeigt wird.
 
VI im Bereich VII (Flugzeuge)
 
IV+VI Ermittlung des Bordkennzeichens (N), der Fluginformationen (Höhe, Kraftstoffvorrat und "Notlage"
Betriebsart wird am Pult des Gerätes IO-4M eingeschaltet.
Bemerkungen
Die Betriebsarten IV und IV+VI sind nur bei den Kennungsgeräten möglich, die mit einem Gerät für individuelle Kennung (IO-4M) ausgerüstet sind.
Weiterhin werden gewährleistet:
- Kontrollkennung im Bereich III
- Empfang des Notsignals "Alarm" bei ausgeschalteter Abfrage
   Funktion wird im Bereich VII unabhängig von der eingestellten Kennungsbetriebsart realisiert
   Die optische Signalisation erfolgt am Bedienpult.
- Empfang des Notsignals "Notlage" bei eingeschalteter Abfrage in den Bereichen III und VII in den allen Kennungsbetriebsarten
   (außer III und IV)
- die Kennung von Schiffen in den Bereichen III und VII mit den Betriebsarten I und II


Signalarten des Kennungssystems "Parol" auf dem Sichtgerät der Funkmess-Station

Parol
Quelle der Grafik: adsbradar.ru/nastoyashchee-i-budushchee-opoznavaniya

Auswertemethoden von Abfrage- und Antwortsignalen
Maßnahmen zur Unterdrückung der Seitenkeulen des Richtdiagramms werden angewandt zur
- Erhöhung der Seitenwinkelauflösung
- Begegnung von Impulsstörungen aus Richtung der Seitenkeulen
Dazu besteht die Antenneneinrichtung der Bodenabfragegerätes aus der Hauptantenne und der Kompensationsantenne.

angewandte Methoden:
- Unterdrückung der Seitenkeulen für den Sendebetrieb im Bereich VII
   Das Abfragesignal wird mit Ausnahme des Impulses zur Unterdrückung der Seitenkeulen über die Hauptantenne abgestrahlt.
   Die Abstrahlung des Impulses zur Unterdrückung der Seitenkeulen erfolgt über die Kompensationsantenne. Das Antwortgerät
   empfängt die Signale von Haupt- und Kompensationsantenne,
   analysiert das Amplitudenverhältnis und sendet nur dann ein Antwortsignal, wenn das von der Hauptantenne abgestrahlte Signal
   amplitudenmäßig größer ist, als das von der Kompensationsantenne empfangene Signal.
- Unterdrückung der Seitenkeulen für den Empfangsbetrieb in den Bereichen III und VII
   In den Empfängern erfolgt die Umwandlung der Amplitudenverhältnisse der Signale der Haupt- und Kompensationsantenne in
   Phasenverhältnisse (Methode der Phasenfärbung). Im Ergebnis erfolgt keine Weiterverarbeitung der durch Seitenkeulen
   empfangenen Signale.

Der Steuerrechner dieser Gerätefamilie unterliegt einer hohen Geheimhaltungsstufe.
Die bereits mit den neueren Geräten P-19 ausgelieferten Blöcke des Kennungssystems "Parol" wurden kurz vor der Auflösung der NVA durch verantwortliche Offiziere der Verwaltung RWD des MfNV ausgebaut und als sensitive Technik an den Hersteller zurückgegeben.

Entwicklung des Systems Parol

ZeitraumBezeichnungGeräteEinsatz

später 1970-er3. Generation von
Kennungssystemen
Parol, Parol-2D
SRO-1P (Gerät 6201)
SRO-1P (Gerät 6201R)
SRO-1P (Gerät 6202R-1)
SRZ-1P (Gerät 6231)
SRZ-1P (Gerät 6231R-9)
MiG-29
MiG-29SE/SD Export
Su-27K Export
MiG-29, frühe Su-27
Su-27K Export


Gerätearten
SROAntwortgerät (Transponder)
SRZAbfragegerät (Interrogator)

 

Quelle: A 327/1/327; www.radartutorial.eu; www.russianarms.ru; www.mil-airfields.de

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